Es ist eine Wohltat, morgens in das Potpourri von frischem Grün zu treten; eine dampfende Kaffeetasse in der Hand, und den Duft des Gartens einzuatmen. Keine Termine, die zur Eile antreiben, und der Morgen beginnt sich wie ein Buch aufzublättern.

Coronabedingter Stillstand! An eine Öffnung für Freizeitvergnügen ist vorläufig noch nicht zu denken, sagt die Bundesregierung.

Der Garten, die Natur – warum sollte das nicht mein Material für meine Experimente mit Wachs auf Bildern sein?

Wachs hat immer noch meine Aufmerksamkeit, und ich möchte euch noch einmal daran teilnehmen lassen, wenn ihr Lust dazu habt.

Zugegeben, ich war jetzt nicht besonders einfallsreich und habe das Nächste ausgewählte, das mir ins Auge fiel: ein paar dünne Äste und die silbrig glänzenden zarten Samenstände der Mondviole.

Der Vorgang ist identisch wie das Arbeiten mit Wachs und Collage im vorletzten Beitrag. Schaut da noch einmal rein, um z.B. zu sehen, wie ihr das Wachs im Wasserbad schmelzt etc.

Du benötigst

– eine MDF- Platte oder eine Leinwand
– Naturmaterial,
– Wachspastillen ( ich habe gebleichte, weiße genommen ), im Wasserbad schmelzen
– Gesso für die Grundierung ( Acrylfarbe geht notfalls auch )
– Heißluftpistole oder einen leistungsstarken Fön
– einen Pinsel, um das Wachs aufzutragen.

1. Schritt

Zwei Schichten Wachs werden aufgetragen.

– Zuerst eine Schicht geschmolzenes Wachs in horizontaler Richtung auftragen, die dann mit
der Heißluftpistole erneut angeschmolzen wird.

– dann eine zweite Schicht in waagerechter Richtung auftragen, die ebenfalls angeschmolzen wird.

2. Schritt

– In die noch warme Wachsfläche werden die Naturmaterialien vorsichtig eingedrückt. Die
Materialien dürfen sich nicht überlappen, da sie sonst nicht kleben.
( Es muss immer eine Wachsschicht zwischen den einzelnen Lagen sein, die aber auch
partiell aufgetragen werden kann.)

3. Schritt

– die Materialien werden in eine weitere flüssige Wachsschicht eingebettet. Dazu mehrmals
mit dem Pinsel über die Fläche streichen .
– mit der Heißluftpistole anschmelzen, damit sich die darunterlegenden Materialien inniglich
mit dem Wachs verbinden und gut kleben.

Bei der Arbeit mit den Stöckern habe ich mehrmals Wachs aufgestrichen, damit sie gut eingearbeitet sind.

4.Schritt

– eine letzte Wachsschicht auftragen, anschmelzen, fertig!
Die letzten Wachsschicht beim Anschmelzen möglichst gleichmäßig verteilen.

Wer mag, geht noch einen…

5. Schritt – Patinieren!

Du kannst zuletzt noch eine Patina mit Ölfarbe herstellen. Mit einem weichen Mallappen werden in die Vertiefungen und Rillen , die sich durch die Materialien im Wachs ergeben haben, eingerieben.

Ich habe das mit Van-Dyk-Braun in dem Bild mit den Silberblättern gemacht.

Das Verfahren funktioniert nur mit der wachsweichen Ölfarbe. Acrylfarbe würde von der Wachsschicht abperlen ( das wäre ein anderes Thema…). Überschüssige Ölfarbe kann auch sehr gut wieder mit dem Lappen abgewischt werden.

Wenn du möchtest, kannst du das Bild wieder mit einer weichen Bürste auf Hochglanz polieren.
Zu dem Naturmaterial passend fand ich es persönlich besser in Matt.

Ein Pendant als Kontrast

Durch ein zweites monochromes Bild als Pendant entsteht ein neuer, lebhafter Kontrast, der eine weitere Idee, vielleicht sogar ein neues Konzept entstehen läßt oder eine neue Bedeutung hinzufügt. Beide Bilder zusammen bilden etwas Größeres, als eins allein.

Ich selbst arbeite im Moment an einer Serie und finde das immer neue Zusammenstellen der unterschiedlichsten Materialien spannend und lebendig.
Indem die Bilder immer wieder anders angeordnet werden, entstehen neue Kompositionen und Bedeutungen sowohl für den Künstler, als auch für den Betrachter, der sich interaktiv daran beteiligen kann und sich die Bilder selbst umhängt.

Das abgebildete monochrome Bild habe ich mit einer Kaltwachstechnik hergestellt. Das ist eine ganz spannende Sache, die ich in einem meiner nächsten Tutorials vorstellen möchte.
Kaltwachs ist so ein tolles Medium, warum sind wir da nicht drüher drauf gekommen?

Demnächst mehr darüber. Kommt gut durch die Krisenzeit und bis bald.

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